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Die Ethik der Befreiung

von Ludwig Huber

Manche Tiere handeln intentional, selbstbewusst und können sich in andere hineinversetzen; sie sind vorausplanend, erfinderisch oder imitieren die Ziele oder Handlungen anderer; sie verwenden, verbessern oder erzeugen Werkzeuge; sie bilden Traditionen, kommunizieren flexibel, teilweise sogar referentiell. Andererseits scheinen Unterricht, kumulative Kultur und symbolisierte, rekursive Ausdrucksformen zu fehlen oder nur rudimentär entwickelt worden zu sein.

Dieses in den letzten Jahren enorm angewachsene Potpouri nicht-menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften hat - unter anderem - auch zu einer Revision unserer Einstellung zu Tieren und zur Neubewertung der Mensch-Tier-Beziehung geführt. Dies hat Konsequenzen nicht nur für die akademische Tierethik, sondern auch und besonders für unseren Umgang mit Tieren. Deshalb hat die Kognitionsbiologie neben ihrem wissenschaftlichen Wert auch Bedeutung für die praktischen Belange unseres Naturveständnisses.

Im Vortrag sollen einige Beispiele aus dem Bereich der (sozialen) Kognition von Tieren beschrieben und erörtert werden. Diese mögen nicht nur zur „Befreiung der Tiere“ (nach Singer) führen, sondern zur Befreiung aus geistigen Kerkern der sie (oft schlecht) behandelnden Menschen.


Literatur zu dem Thema finden Sie HIER